Hypnotherapie

Untersuchungen aus der klinischen Hypnoseforschung zeigen, dass Hypnose bei nahezu allen psychischen und psychosomatischen Problemen von großem therapeutischem Nutzen ist und vor allem in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Interventionen ein besonders effektives Verfahren ist.

Falsche Vorstellungen über Hypnose

Unglücklicherweise wird Hypnose oft als ein Zustand dargestellt, der allein durch die Macht eines carismatischen Hypnotiseurs hervorgerufen wird, in dem der Hypnotisierte willenlos dessen Befeh­le befolgt und sich danach an nichts mehr erinnern kann. Dieses völlig falsche Bild über die Hypnose kommt zum einen von der Show- und Bühnenhypnose und zum anderen von den Medien, die diese Vorstellungen forcieren.

Tatsächlich ist der Patient in Hypnose sich seiner selbst und der Vorgänge während der Hypnosesitzung voll bewusst und kann sich hinterher in der Regel an alles erin­nern. Spontane Amnesien (Erinnerungslücken) sind selten. Der Trancezustand während der Hypnose ist  neben dem Wach- und Schlafzustand zudem ein ganz normaler und keineswegs künstlicher oder besonderer Bewusstseinszustand.

Hypnose ist ein Zustand, der mit einer Einengung der Aufmerksamkeit, also einer Aufmerksamkeits-Fokussierung einhergeht und begleitet sein kann mit einer körperlichen Entspannung, was aber keine Voraussetzung oder ein typisches Zeichen der Hypnose sein muss. Das zeigen alltägliche Phänomene wie beim Autofahren auf der Autobahn (Autobahntrance). Aber auch, wenn wir durch ein Musikstück, einen aufregenden Film oder ein spannendes Buch vollkommen absorbiert sind, befinden wir uns  in einem tranceartigen Zustand, der uns die Umwelt vergessen lässt.

Meist wird die Hypnose so „wie kurz vor dem Einschlafen" erlebt. Man denkt dabei mehr „in Bildern", die intensiver und stabiler sind als ohne Hypnose, die Aufmerksam­keit ist auf die „innere Realität" gerichtet.

Die Hypnosetiefe kann dabei sehr unterschiedlich sein. Sie kann sich dem Schlaf annähern, sie kann aber auch so nah am Wachbewusstsein liegen, dass der Betroffene den Eintritt der Trance vielleicht gar nicht mitbekommt oder er nach der Sitzung erstaunt ist, dass das ein Zustand der Trance gewesen sein soll.

Das moralische Empfinden bleibt während der Hypnose völlig intakt und der Klient kann nicht dazu gebracht werden etwas gegen seinen Willen zu tun, denn jede Hypnose ist letztlich eine Selbsthypnose.

Physiologisch kann Hypnose klar vom Schlaf abgegrenzt werden (das Schlaf-EEG ist völlig verschieden), während die physiologischen Effekte von Entspannung/Meditation mit denen von Hypnose vergleichbar sind.

Die häufigsten Denkfehler über Hypnose

Hypnose ist eine Leistung des Therapeuten Falsch, jede Hypnose ist eine Selbsthypnose. Wenn der Patient die Suggestionen des Therapeuten nicht annimmt und inneren Widerstand leistet, dann wird es dem Therapeuten nicht gelingen, den Patienten in eine Trance zu bringen. Somit ist es letztlich eine Leistung des Patienten.

Hypnose ist ein schlafähnlicher oder künstlicher Zustand – Falsch, Trance ist ein vollkommen normaler Zustand, den wir täglich mehrmals erleben und auch in verschiedenen Zuständen (Film sehen, Buch lesen, Autobahntrance etc.) erfahren und hat nichts mit Schlaf zu tun.


In Hypnose ist man willenlos und der Therapeut kann einem seinen Willen aufzwingen oder kann einem alle Geheimnisse entlocken
– Falsch, in Hypnose geschieht nichts, was der Patient nicht wirklich will. Wenn der Patient die Suggestionen des Therapeuten nicht annimmt, dann wird dem Therapeuten keine Hypnose gelingen. Die moralischen Werte und das moralische Empfinden bleiben in Hypnose intakt.

Nach der Hypnose kann man sich an die Inhalte der Hypnose selbst nicht mehr erinnern – Falsch, man kann sich an alles erinnern, was ja auch meistens Sinn und Zweck dabei ist. Nur jeder fünfte zeigt eine fragmentarische Erinnerung der Hypnoseinhalte, einfach aufgrund einer stärkere Trancetiefe des Hypnotisanden..

Wenn die Hypnose nicht wieder durch den Therapeuten ausgeleitet wird, bleibt man in Hypnose und wacht u.U. nie wieder auf – Falsch, der Patient kommt immer wieder zurück und auch ganz von selbst, wenn es sein muss. Entweder reorientiert sich der Patient ganz von selbst wieder in das Hier und Jetzt oder er schläft einfach ein und wacht nach einiger Zeit von selbst unbeschadet wieder auf.

 

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